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Zurich Film Festival: Programm 2010 bekannt gegeben

Zurich Film Festival: Programm 2010 bekannt gegeben

vor 21 StundenMovieInternational

Das Zurich Film Festival findet nun schon zum sechsten Mal statt. Vom Donnerstag, dem 23. September, bis zum Sonntag, dem 3. Oktober, ringen mehr als 70 Filme in verschiedenen Programmreihen um die Gunst der Besucher, angefangen mit Michael Steiners (jetzt schon rege diskutiertem) Sennentuntschi, abgeschlossen mit Oliver Stones Wall Street: Money Never Sleeps. Ein Festival für Jung und Alt und mit Publikumsnähe. „Wir wollen mit dem Festival die Stadt beleben und jedem die Möglichkeit geben, Filme und ihre Macher hautnah mitzuerleben“, erklärt die Geschäftsführerin des ZFF, Nadja Schildknecht.
Die Filme laufen im Arthouse Le Paris, corso und Seefeld-Razzia, oftmals im Beisein ihrer Macher, die auch für Fragen und Diskussionen zur Verfügung stehen. Wer nicht grad im Kino sitzt, kann zudem beim Festivalzentrum am Hechtplatz vorbeischauen, dem grossen Treffpunkt des ZFF.

Unter den prominenten Gästen finden sich Anatole Taubmann, Frank Langella oder Miloš Forman (dem eine Retrospektive im Filmpodium gewidmet ist); an der Premiere von Wall Street: Money Never Sleeps werden zudem Oliver Stone und Danny DeVito anwesend sein; die Tickets sind zugänglich für alle! DeVito kommt nach Zürich anstelle des leider an Krebs erkrankten Michael Douglas und wird für seinen alten Freund den Golden Icon Award entgegen nehmen.

In drei Wettbewerb-Reihen werden 32 Filme gezeigt, aber auch ausserhalb davon sind viele tolle Entdeckungen zu machen, darunter eine Menge Premieren. Das exakte Programm findet Ihr unter diesem Link. Die Goldenen Augen werden am 2. Oktober verliehen, darunter auch der Audience Award, für den jeder Kinobesucher seine Stimme abgeben (und am Schluss etwas gewinnen) kann und der von Sir Bob Geldof überreicht wird.

Studentinnen und Studenten erhalten vergünstigte Tickets: für Vorstellungen, die vor 18 Uhr beginnen, bezahlt Ihr mit der Legi 9.- (Parterre vorne), bzw. 13.- (Parterre,Balkon) anstatt 13.-, bzw. 16.- Franken. Und für Abendvorstellungen 9.-, bzw. 16.- Franken anstatt 13.-, bzw. 21.- Franken. Auch bei weiteren Anlässen wie dem onedotzero_ch oder der Public Zurich Master Class gibt’s Ermässigungen.


Internationaler Spielfilmwettbewerb

Adem (Belgien/Niederlande)
Belle Epine (Frankreich)
Blue Valentine (USA)
Bon Appetit (Spanien/Schweiz/Deutschland/Italien)
La vida útil (Uruguay/Spanien)
Pieds nus sur les limaces (Frankreich)
Monogamy (USA)
Pál Adrienn (Ungarn/Niederlande/Österreich/Frankreich)
Pelican Blood (Grossbritannien)
R (Dänemark)
Third Star (Grossbritannien)
Zena sa slomljenim nosem (Serbien/Deutschland)


Deutschsprachiger Spielfilmwettbewerb

180° (Schweiz)
Der letzte schöne Herbsttag (Deutschland)
Die Hummel (Deutschland)
Das Lied in mir (Deutschland)
Snowman’s Land (Deutschland)
Stationspiraten (Schweiz)
Vielleicht in einem anderen Leben (Österreich/Ungarn/Deutschland)
Zu zweit (Schweiz)


Internationaler Dokumentarfilmwettbewerb

Adopted (Deutschland)
Armadillo (Dänemark)
Beijing Punk (Australien/USA)
Einmal mehr als nur reden (Österreich)
Hauling (Brasilien)
Last Train Home (Kanada/China)
Marwencol (USA)
The Rising Sun (Schweiz)
The Edge of Dreaming (Grossbritannien)
The Tillman Story (USA)
The Two Escobars (Kolumbien)
Un dia menos (Mexiko)


Out of Competition

Biutiful (Spanien/Mexiko)
Buried (Spanien)
En familie (Dänemark)
Howl (USA)
Kak ya provel etim letom (Russland)
Stone (USA)
Stubmarinon (Dänemark/Schweden)
Tamra Drewe (Grossbritannien)
The Con Artist (Kanada)
The Joneses (USA)
You Will Meet a Tall Dark Stranger (UAS/Spanien)
Cane Toads: The Conquest (Australien/USA)
Catfish (USA)
Exit Through the Gift Shop (Grossbritannien)
Hugh Hefner: Playboy, Activist and Rebel (Kanada)
Yves Saint Laurent – L’amour fou (Frankreich/Grossbritannien)
Teenage Paparazzo (USA)


Neue Welt Sicht Australien

Balibo
Bran Nue Dae
Machete Maidens Unleashed!
My Asian Heart
Red Hill
Strange Birds in Paradise
The Loved Ones
Van Diemen’s Land
Kurzes aus Down Under (Kurzfilme)


A Tribute to Miloš Forman

One Flew Over the Cuckoo’s Nest (USA)
Hair (USA)
Amadeus (USA)
The People vs. Larry Flint (USA)
Man on the Moon (USA)
Dobre placena prochazka (Tschechische Republik)


Verschiedenes

Life, Above All (Südafrika/Deutschland) Charity-Anlass zugunsten von MSF
onedotzero_adventures in motion Digitalfilmfestival
Pako joulumaasta (Finnland) SVFJ präsentiert
Sennentuntschi (Schweiz) Eröffnungsfilm
The rendez-vous (Schweiz) Special Screening
Wall Street (USA) Golden Icon Award
Wall Street: Money Never Sleeps (USA) Abschlussfilm

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A STITCH IN TIME – Point and click for fun!

A STITCH IN TIME – Point and click for fun!

vor 1 TagenGames

Spielspass kommt beileibe nicht nur von den grossen Entwicklerstudios, auch unabhängige Game Designer überraschen immer wieder mal mit coolem Kram. Da gibt es zum Beispiel die Leute von Lassie Adventure Studio, die eine flashbasierte Software zur Verfügung stellen, mit der sich Adventure Games im Stile von The Curse of the Monkey Island fabrizieren lassen. Eines der ersten Lassie-Spiele war What Makes You Tick? von Matt Kempke; der hat nun zusammen mit Lassie-Entwickler Greg MacWilliam einen Nachfolger auf die Beine gestellt.

Mission an der Küste
In A Stitch in Time reist unser Held Nigel Trelawney in das verschlafene Fischerdorf Ravenhollow, um das Erbe seines Vaters anzutreten – einem Wissenschaftler, der am örtlichen Smith Institute mit seinen Kollegen Geniales leistete, bevor die Einrichtung unter geheimnisvollen Umständen geschlossen werden musste. An seinem Ziel angekommen, stellt Nigel fest, dass das idyllische Fleckchen unter die Knute von Baron Northwest gezwungen wurde. Dieser herrscht wie ein Diktator über die Ortschaft: Fremde werden an den Stadtgrenzen abgewiesen, der Handel ist zum Erliegen gekommen, des Barons rechte Hand Lowell Cain und dessen Männern tyrannisieren die Bevölkerung und stehlen alles, was sie in die Finger kriegen. Nigel muss sich mit den Bösewichten herumschlagen, sich irgendwie in die Stadt schleichen, die Siegelringe der Arbeitskollegen seines Vaters zusammenkriegen, das Schloss des Barons infiltrieren – und das ist noch längst nicht alles! Bei seinen Abenteuern begegnet er zwielichtigen Matrosen, trunksüchtigen Anwälten, alten Kollegen seines Vaters oder geheimnisvollen jungen Frauen …


Zeigen und klicken
A Stitch in Time wird bedient wie ein klassisches Point-and-Click-Adventure-Game: Man klickt sich durch die Gassen von Ravenhollow und die umliegende Landschaft, sammelt Hinweise und Gegenstände, spricht mit den unterschiedlichsten Leuten und löst Rätsel; ab und zu begibt man sich zum Hafen, um nach Fischen zu angeln (in Form eines Mini-Games). Die einzelnen Aufgaben können mitunter ziemlich anspruchsvoll sein – man muss jedenfalls eine Menge Geduld mitbringen und auf jede Kleinigkeit achten; eine gute Kombinationsgabe und viel Fantasie sind wichtige Voraussetzungen. Und man muss sich darauf einstellen, viel zu lesen, ob jetzt Notizbücher, Tagebuchseiten oder die ganzen Dialoge (ganz wie beiden Klassikern halt). Dass sich das Menü während einer Dialogszene nicht öffnen lässt (um beispielsweise den aktuellen Spielstand zu speichern), wird mit einer Continue-Funktion kompensiert (soll heissen, das Spiel merkt sich selbstständig, wo man das letzte Mal stecken geblieben ist – ist auch nützlich, wenn man das Fenster aus Versehen schliesst). Alles in allem sind viele, viele Stunden spassiger Knobelei garantiert, die immer wieder mal durch den sympathischen Humor des Spiels aufgelockert werden. Da gibt’s jede Menge zu entdecken!


Die Welt von Ravenhollow
Einen Blick wert ist auf jeden Fall die liebevolle Gestaltung – die ziemlich weitläufige Spielwelt überzeugt mit vielen Details, wundervollen Bildern und einer Retro-Atmosphäre, die an alte Science-Fiction- und Gruselgeschichten erinnert (die offensichtlich eine Inspiration für die Machen waren, wie nach eigener Aussage übrigens auch die Werke von Franz Kafka). Neben Matt Kempke und Greg MacWilliam trugen auch Matts Bruder Sebastian und weitere Künstler zur visuellen Umsetzung bei, trotzdem wirkt alles wie aus einem Guss. Die Animation der Spielfiguren ist ab und zu etwas krude, aber zweckdienlich.
Überzeugend ist auch das Tondesign: Neben der Musik von Justin R. Durban und anderen (am besten gefällt mir der Einsatz uralter Songs und Instrumentalstücke) sorgt eine lebendige Geräuschekulisse dafür, dass man sich schnell in die Welt von Ravenhollow einfindet.


A Stitch in Time erscheint nicht in den Läden, kann aber übers Internet direkt von den Machern für 15 US-Dollar (macht ungefähr ebenso viele Franken) erworben werden. Natürlich gibt’s auch eine kostenlose Demo-Version zum Testen und wer will, kann ebenso kostenlos das vollständige Vorgängerspiel, What Makes You Tick?, ausprobieren.
Es gibt übrigens durchaus inhaltliche Überschneidungen zwischen beiden Spielen: Man trifft auf bekannte Figuren, kriegt sogar Hilfe von Nathan, dem Helden des ersten Teils, und auch die Story wird weitergeführt. Aber Vorkenntnisse sind für A Stitch in Time nicht erforderlich, das Spiel funktioniert auch für sich allein genommen.


Fazit: A Stitch in Time ist ein äusserst unterhaltsames und liebevoll gestaltetes Adventure Game, das für viele Stunden Spielspass garantiert und dem man kaum anmerkt, dass es von unabhängigen Entwicklern fabriziert wurde. Auf jeden Fall unterstützenswert. Eine warme Empfehlung für alle, die gern puzzeln.

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Markus Hering im Interview

Markus Hering im Interview

vor 3 TagenMovieInterview

Nächsten Donnerstag kommt Das Leben ist zu lang ins Kino, der neuste Film des Schweizer Regisseurs Dani Levy (Alles auf Zucker!, Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler). Im Film geht es um Alfi Seliger, ein Filmemacher, der seit einem vielversprechenden Karriereanfang nichts mehr auf die Reihe gekriegt hat. Das Schicksal scheint sich zu wenden, als sich die Frau eines Produzenten in ihn verliebt, aber dann geht es auch schon wieder konsequent abwärts – bis sogar Selbstmord eine gute Option darzustellen scheint …
Markus Hering, der Hauptdarsteller, beantwortet die Fragen von Students.ch.


Students.ch: Du spielst im Film Alfi Seliger, der ja gewisse Ähnlichkeiten mit Dani Levy hat – bis hin zum äusseren Erscheinungsbild. Aber du trittst nicht einfach als sein Zwilling auf, oder?

Nein. Die Rolle enthält zwar Persönliches – wenn zum Beispiel der Produzent Alfi sagt, dass nur er diesen Film über die dänischen Mohammed-Karikaturen machen könne, weil er jüdisch sei, so geht das auf Reaktionen auf „Mein Führer“ zurück. Aber Alfi ist nicht Dani Levy.
Dani hat sich, wie er sagt, schwer getan, einen Alfi Seliger zu finden. Der Dreh wurde deshalb sogar vom Frühjahr in den Herbst verschoben. Und das war für mich ein Glück, weil Danis Produzentin, Manuela Stehr, beim Münchner Filmfest war. „Whisky mit Wodka“ von Andreas Dresen lief da gerade; ich spiele darin einen Schauspieler, der für einen alkoholkranken Star als Double einspringt. Manuela Stehr machte Dani auf mich aufmerksam, wir haben uns zu einem Gespräch getroffen und zum Ende dieses Gesprächs war klar, dass ich die Rolle habe. So zu einer Rolle zu kommen, das ist schon eine schöne Sache.

Students.ch: War es nötig, sich auf den jüdischen Hintergrund der Figur vorzubereiten?

Ich habe Dani gefragt, ob ich mich da informieren muss, ob ich irgendwelche religiösen Rituale kennen muss. Aber das war nicht nötig, da Alfi im Film eigentlich nie so etwas macht. Das war sicher ganz anders für die Schauspieler in „Alles auf Zucker“, wo das viel eher eine Rolle spielt.


Students.ch: Du kommst eigentlich vom Theater, auch wenn du schon länger in Film und Fernsehen in Nebenrollen aufgetreten bist. Was sind so die Unterschiede, wenn man auf der Bühne oder vor der Kamera steht?

Ich bin schon früh zweigleisig gefahren, weil sich das auch positiv beeinflusst. Das Spielen im Film hilft beim Spielen im Theater und umgekehrt. Auf dem Set musst du sehr fokussiert sein, du musst lernen, mit dem Kamerabild zu denken und darauf zu achten. Das hilft dir dann beim Theater, wo du dir dann den Rand der Bühne wie das Kamerabild denkst.

Students.ch: Ein Unterschied ist ja auch, dass man im Theater vor realem Publikum spielt, beim Film aber für ein imaginäres Publikum.

Am Set hast du ja die Crew. Du spielst zwar nicht unbedingt für sie, aber du hast sie als Gegenüber, so dass du merkst, ob das, was du spielst, so funktioniert und glaubwürdig ist.
Beim Film ist es auch so, dass du auf Kollegen mit ganz verschiedenen Hintergründen triffst. Teilweise hast du sie noch nie zuvor gesehen, aber du weisst, am Abend muss die Szene im Kasten sein. Du musst spontan auf sie reagieren. Und bei Dani gefällt mir, dass er dir Raum dafür lässt. Er lässt die Schauspieler zusammenkommen und sie einfach machen und lässt sich vom Ergebnis überraschen.
Es ist übrigens etwas Neues für mich, in einem Film eine Hauptrolle zu übernehmen. Man kann sich stärker einbringen und steht am Schluss für den Film ein. Das ist etwas ganz anders, als wenn man eine Nebenrolle spielt. Das ist auch eine Abwechslung für mich; das Theater kenn ich schon, das hier im Film ist etwas Neues für mich. Das möchte ich noch etwas ausprobieren, wenn ich die Möglichkeit kriege.

Students.ch: Du bist ja sehr erfolgreich am Theater, wurdest mit zwei Nestroys ausgezeichnet. Wenn du nun Alfi spielst, der ebenfalls in einem Künstlerberuf ist, aber sehr erfolglos, war das für dich auch eine Möglichkeit, ein alternatives Szenario durchzuspielen? In der Art: Was wäre, wenn ich in meinem Beruf ein Versager wäre?

Beim Film stehe ich ja quasi noch am Anfang, da muss man erst sehen, ob ich Erfolg habe. Aber man stellt sich schon solche Fragen. Wenn Alfi zum Beispiel hört, dass er Darmkrebs hat, oder hatte, da fragt man sich natürlich: Wie würde ich auf so etwas reagieren? Ich bin ja in einem Alter, in dem das Risiko besteht, oder in dem es zunehmend Bekannte betrifft. Aber wie man reagieren würde, weiss man wohl nicht, solange man nicht selber in dieser Situation steckt.

Students.ch: Aber da bietet das Schauspielen natürlich die Möglichkeit, das Durchzuspielen. Oder auch für das Publikum, das stellvertretend mitzuerleben.

Genau.


Students.ch: Alfi geht auch ziemlich entspannt mit Drogen und Sex um. Obwohl er auf der anderen Seite ziemlich spiessig wirkt.

Er hat beide Seiten, seine guten und seine schlechten. Mich interessieren Figuren, die Schwächen haben, auch wenn ich im Theater einen Helden spiele. Heutzutage ist es eh keine grosse Sache mehr, einen Joint zu rauchen. Früher hat man Zigaretten geraucht, heute ab und zu einen Joint.
Aber bei der Sache mit dem Koks, da will sich Alfi keine Blösse geben und zieht sich am Schluss gleich zwei Lines rein, fast schon eine Überdosis. Auch mit den Frauen; er wird ja gleich mit vier Frauen intim: Mit Natasha, Caro, seiner Ehefrau und mit seiner Mutter, der er einen Zungenkuss gibt um ihr zu beweisen, dass das alles nur ein Film ist. Er ist ein Charakter mit ganz verschiedenen Seiten.

Students.ch: Du sprichst es an: Alfi merkt im Film, dass er nur eine Filmfigur ist. Da stellt sich für ihn die Fragen nach seiner Identität besonders stark. Wie übrigens auch für Caro Will, der Soap-Opera-Darstellerin. Aber sie geht ganz anders damit um.

Ihr Leben ist ja schön, sie will es gar nicht ändern. Alfi lehnt sich aber gegen den Regisseur auf. Ich finde grandios, wie er sich auflehnt und nichts mit sich machen lässt. Als er dann am Schluss zurück in eine frühere Stelle im Film geworfen wird, führt er sein Leben auch ganz anders, noch einmal ganz neu.
Wobei es ja auch die Interpretationsmöglichkeit gibt, dass das alles nur in seinem Kopf stattfindet.

Students.ch: Man könnte die Geschehnisse nach dem Selbstmordversuch auch als eine Art Höllenvision begreifen. Der Film lässt da viele Möglichkeiten offen.

Genau. Mich haben schon Leute nach der Vorstellung gefragt, ob sie mit ihrer Interpretation recht haben. Ich meine: Wenn sie das so sehen, dann stimmt das auch. Es gibt bei dem Film nicht DIE richtige Lösung.

Students.ch: Dieser Ansatz des Filmes, dass sich eine Filmfigur bewusst wird, bietet auch sonst schöne Möglichkeiten, zur Auseinandersetzung mit Klischees zum Beispiel. Der Film beginnt ja wie eine ganz normale Komödie, was er aber schliesslich nicht ist.

Ja, das haben wir bewusst so gemacht. Auch, dass Alfi Seliger so ähnlich ist wie Woody Allen, der ja ganz ähnliche Figuren gespielt hat. Da haben wir den Zuschauer aufs Glatteis geführt. Es hat natürlich grossen Spass gemacht, mit diesen Klischees zu spielen. Auch in der Zungenkuss-Szene zum Beispiel, wenn Alfi zu seiner Mutter sagt, sie sei ja nur ein Klischee, ein Mythos. Und sie dann: Ja, und? Da wird dieses Klischee hinterfragt, aber weil Elke Sommer diese Rolle spielt, trifft es ja eigentlich gerade zu. So etwas hat mir sehr gefallen.


Students.ch: Da drin steckt ja auch die Frage nach dem Gegensatz von Film als reiner Unterhaltung, oder von Film mit einem Anspruch. Alfi kämpft ja dafür, seine Ideen gegen die Industrie durchzusetzen, womit er aber zum Beispiel als Soap-Opera-Regisseur völlig versagt.

Solche Produktionen sind ja das Industriellste, was man finden kann. Es wird im Tagesrhythmus gearbeitet, da ist es schwierig, eine gute Leistung abzuliefern. Man kann dann nicht sagen: Können wir das noch einmal wiederholen, das kann ich besser. Stattdessen heisst es: Egal, wir müssen auch mal fertig werden. Auch bei Serien, in denen ich mitgespielt habe, habe ich das so ähnlich erlebt. In solchen Produktionen habe ich schon gute Kollegen schlecht spielen sehen, ist mir bestimmt auch schon passiert. Solche Rollen reizen mich inzwischen gar nicht mehr.

Students.ch: Du spielst ja ganz verschiedene Sachen, nicht nur Komödien.

Also, am Theater spiele ich ja alles, da wird erwartet, dass man vielseitig ist. Im Film muss man aufpassen, dass man nicht in eine Schublade gesteckt wird. Das passiert ziemlich schnell und man ist selbst dafür verantwortlich, dass es nicht passiert. Es ist auch nur Zufall, dass ich jetzt zweimal hintereinander, „Whisky mit Wodka“ und „Das Leben ist zu lang“, in einer Komödie über das Filmemachen mitspiele. Da suche ich das nächste Mal lieber nach etwas anderem.


Die Kritik zum Film gibt es hier.
Und hier findet Ihr das Interview mit Dani Levy.


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Dani Levy im Interview

Dani Levy im Interview

vor 7 TagenMovieInterview

Diesen Donnerstag kommt Das Leben ist zu lang ins Kino, der neue Film des Basler Regisseurs Dani Levy (Alles auf Zucker!, Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler). Das Werk handelt von Alfi Seliger, einem Filmemacher in der Lebenskrise: Seine Karriere ist schon vor Jahren im Sand verlaufen, seine Kinder hassen ihn und seiner Frau ist er allenfalls eine Belastung. Da tun sich ihm plötzlich ungeahnte Möglichkeiten auf, aber die Glücksträhne ist von kurzer Dauer und bald ist seine Situation noch schlimmer als je zuvor …
Regisseur Dani Levy redet mit Students.ch über seinen Film.


Students.ch: „Das Leben ist zu lang“ fängt wie eine ganz normale Komödie an, wird aber nach einem Twist zur Halbzeit zu einem selbstreflexiven Film, zu einer Komödie über Komödien.

Ja, das ist ein Spiel mit der Realität und letztlich auch mit dem, was wir in unserem Leben wahrnehmen. In unserer Zeit sind wir es gewohnt, dass die Realität immer auch eine inszenierte Realität ist. Ob im Kino, im Fernsehen oder im Internet, wir sind es gewohnt, dass unser Leben abgebildet wird, dass es von anderen Leuten konsumiert wird; unser Leben wirkt klein im Vergleich dazu, was die Reflexion über das Leben ist. Und darum ist es mir gegangen: Der Film muss aus dieser Illusionsmaschinerie heraustreten, nicht einfach in sich verkapselt sein. Das ist ja nicht meine Erfindung, das gibt es immer wieder in der Kunst, ob jetzt in Romanen, Filmen oder sogar Installationen, dass Werke sich mit sich selbst auseinandersetzen. Ich fand das als Spielerei sehr schön und ich finde es gut, wenn ein Film nicht einfach hundertprozentig bequem und passiv durchzukonsumieren ist, wenn man stattdessen einen kleinen Erweckungsschlag kriegt. Damit man eben nicht einschläft und einem bewusst wird: „Aha, die Realität ist ja eigentlich gar nicht so fest. Der Boden, auf dem ich stehe, der kann sich öffnen und ich lande auf einer neuen Ebene.“

Students.ch: So geht es Alfi ja im Film, wenn er plötzlich aus seiner Realität heraus fällt.

Es ist wie ein Reality Check. Im Leben kenn ich das auch, in einer anderen Form natürlich. Dass ich in einer bestimmten Situation bin und so was wie einen Blitz der Erkenntnis kriege, so dass ich die Situation als irreal empfinde. Oder dass ich plötzlich denke: „Das ist ja nur der Schein einer Situation, die Situation ist eigentlich eine ganz andere.“ Oder: „Was spielen wir da eigentlich grade?“ Wir sind ja darauf konditioniert, dass wir in unserem Leben von Rolle zu Rolle hüpfen. Und wir können mit unserer Erfahrung, unserem geistigen Vermögen in dieser Welt nur so weit schauen, wie wir halt schauen können; das ist die Dimensionalität vom Menschen. Das zu hinterfragen, oder zumindest eine Verunsicherung zu erreichen, das war meine „Luusbuebe“-Aktion.


Students.ch: Der Film zeigt, wie Alfi einen solchen Reality Check durchmacht. Aber es gibt auch die Caro Will (Yvonne Catterfeld): Sie durchschaut das Spiel ebenfalls, doch sie geht damit ganz anders um als er.

Genau, sie will in dieser Welt bleiben. Das ist natürlich bewundernswert, auf eine bestimmte Art ist sie für mich ein Ideal. Ich leide ja oft darunter, dass ich mich so sehr hinterfrage und dass ich so verunsichert darüber bin, in welcher Realität ich mich eigentlich am wohlsten fühle.

Students.ch: Du hast eh viel von dir in diesen Film einfliessen lassen. Aber du bestehst darauf, dass er kein autobiographischer ist.

Auf keinen Fall. Ich betone ja immer diese Differenzierung zwischen einem autobiographischen Film und einem persönlichen Film. Es ist sicher ein Film, der von mir durchdrungen ist, in dem Gedanken von mir sind; ich lasse Alfi bestimmte Fragen oder Bekenntnisse formulieren, ich lege ihm Dinge in den Mund, die ich interessant oder zumindest für einen Diskussionsanstoss relevant finde. Aber der Film spiegelt nicht mein Leben; ich hab doch ein substantiell anderes Leben als der Alfi Seliger (und hoffentlich auch ein leichteres). Ich habe das auch nur so machen können. Wenn ich noch im Kopf oder im Gefühl gehabt hätte, dass ich einen Film über mich selbst mache, wäre ich wahnsinnig befangen gewesen. Zwar hab ich es erwogen, einen Film über meine Situation zu machen, so semidokumentarisch, oder wie auch immer. Aber ich habe mich dann dagegen entschieden und mir gedacht: „Es ist doch schöner, wenn ich bestimmte Sachen von mir zur Verfügung stelle – teilweise in einem anderen Kontext –, aber die Figur Alfi Seliger eine ganz andere, fiktionale Figur ist, die ich von A bis Z selbst erfinde.“ Eine Autobiographie interessiert mich nicht, aber ich mag es ganz gern, we man sich fragt: „Was ist jetzt biographisch am Levy, wo steckt er wirklich drin, was ist erfunden, was ist wahr, wo ist er authentisch, wo liegt eine humoristische Überhöhung vor?“

Students.ch: Du trittst ja auch selber auf, als Regisseur im Film.

Das hat wieder zu tun mit diesem Spiel mit den Realitäten. Es ist auch für mich ein eigentümliches Erlebnis gewesen, in meinem Film als ich selbst aufzutreten; das ist fast schon schizophren. Aber diese Idee hab ich ganz lustig gefunden. Eigentlich ist es eine religiöse Frage. Ob es einen Schöpfer gibt, ob man ihn erkennt – meist bleibt er ja unsichtbar – und wenn man ihn jetzt treffen könnte (theoretisch, falls es einen gibt; da bin ich ja eher skeptisch), was würde man ihm dann sagen? Für Alfi ist es klar, er sagt: „Das Leben will ich nicht leben, das du mir da geschrieben hast, das ist Nebbich. Das ist keine Rolle, die mich interessiert, ich will ein eigenes Leben.“ Von da an hat er eine ganz andere Kraft, er ist nicht mehr ein Opfer des Schicksals, sondern hat erkannt, dass auch das Schicksal eine Inszenierung ist. Es ist in jeder Gesellschaft, für jeden Menschen eine wichtige Frage, ob man selber verantwortlich ist für das, was man erlebt, oder ob es jemanden gibt, der einen lenkt. Jeder muss für sich entscheiden, ob es eine höhere Lenkung gibt, oder ob man selbst das Zentrum für das ist, was einem widerfährt. Ich bin eindeutig zweiter Meinung. Das macht mich auch hoffnungsfroher, als wenn ich jemandem ausgeliefert wäre. Aber es ist trotzdem schwierig. Ich glaube, im Bezug auf das, was man an Energie im Leben ausstrahlt und auf das, was einem davon wieder begegnet, ist alles sehr rätselhaft und für jeden von uns ziemlich undurchschaubar.


Students.ch: Für Alfi ist es ja besonders schwierig, er findet sich in einer klischeehaften Unterhaltungskomödie wieder, also genau in dem, wogegen er ankämpft.

Genau. Das ist ja das Qualvolle für ihn, dass ihm nicht nur übel mitgespielt wird, sondern dass sein Leben auch eine schlechte Komödie ist. Auf eine Art ist das übrigens wie eine Generalentlastung für mich, weil ich sagen kann: „Alles, was nicht so gut ist, hab ich bewusst schlecht inszeniert.“ [Lacht.] Alfi kann sich aber dagegen auflehnen, so dass sich am Schluss die Ebenen ständig vermischen. Ich finde es schwierig, über diesen Film zu reden, weil er einen solch surrealen, unterbewussten Ansatz hat.

Students.ch: Seltsamkeiten gibt es ja nicht erst mit dem Twist, sondern vorher schon. Zum Beispiel, was die Sache mit dem homöopathischen Wahrheitsserum anbelangt. Oder in der Szene, in der Afli in einen Kinosaal stolpert und sich selbst auf der Leinwand sieht.

Wobei das nicht wirklich logisch ist. Der Levy würde ja nie in dem Film Hinweise darauf geben, dass das ein Film ist, er versucht ihn so hermetisch wie möglich zu halten. Das ist eine schwierige Notstelle in der Handlung, ein etwas fragwürdiger Übergang. Eigentlich müsste es so sein, dass Alfi aus einer geplanten Einstellung plötzlich rausläuft; er will aus dem Synchronstudio wieder raus, plötzlich hört er, dass aus irgendeinem Kino gelacht wird, er macht die Türe neugierig auf und so weiter; das ist dann unvorhergesehen für den Levy. Aber wie gesagt, so ist das mit der Realität in der Realität, mir wurde manchmal ganz schwindlig, wenn ich mir das so überlegt hab.

Students.ch: Man könnte das ja auch so sehen, dass Alfi verrückt ist und sich das alles nur in seinem Kopf abspielt; dann wäre das mit dem Kino ein früher Hinweis auf seinen Wahnsinn, der erst nach dem Suizidversuch voll durchbricht. Überhaupt bietet der Film viele Interpretationsmöglichkeiten.

Der Film ist auch sehr intuitiv entstanden. Es war nicht so, dass ich den jahrelang sehr genau geprüft habe, dass ich alles niet- und nagelfest und wasserdicht gemacht habe. Er ist schon ein bisschen skizzenhaft oder fragmentarisch in gewissen Sachen. Ich habe mit dem Film auch gerungen, ich war mir nicht sicher, ob das funktioniert. Ob das Publikum den Weg mitgeht, auch den Weg raus aus dem Film, um dann wieder einzusteigen. Alfi gerät ja auf die andere Seite, dann wird wieder zurück geschnitten und man ist wieder im Film drin. Aber man hat ein anderes Bewusstsein. Ich habe überhaupt nicht gewusst, ob das funktioniert, ich bin mir bis heute nicht sicher. Aber ein Film kann ja auch ein Abenteuer oder ein Risiko sein. Ich find es schön, wenn Filme komische Reisen sind, bei denen man nicht weiss, wo sie hinführen. Und dieser Film ist eine sehr eigenartige Reise gewesen, die mich extrem mitgenommen hat. Ich habe mich bei diesem Film immer sehr unsicher gefühlt, die ganze Zeit hindurch.


Students.ch: Eins hat mich noch gewundert: Im Film geht’s ja auch darum, dass Alfi einen Film über die dänischen Mohammed-Karrikaturen machen will. Aber über diesen Film im Film wird ja nur gesprochen, du zeigst nicht, was Alfi vorgehabt hat.

Alfi beschreibt den Film ja zum Beispiel in der ersten Szene dem Bully Herbig; es geht um diesen Karikaturisten, der eine Karikatur machen will; es gibt den Herausgeber der Zeitung, der sich nicht sicher ist, ob er die drucken soll, und es gibt dessen Frau, die ihn davon überzeugt, es doch zu tun. Dann erfährt man noch einmal etwas in dieser Szene mit den komischen Zwillingsschreibern; man weiss, dass es auf dieser Zeitungsredaktion spielt, dass es darum geht, ob man diese Provokation wagen will oder nicht. Ich hab jetzt nicht das Gefühl gehabt, dass man das auch sehen müsste. Aber klar, das hätte man noch machen können, als Film im Film, noch eine Verpuppung nach innen. Ich hab auch eine Vorstellung, wie dieser Film aussehen könnte, wobei ich jetzt kein Drehbuch dafür geschrieben habe. Aber das wäre schon ein superinteressantes Thema. Was man da drüber gelesen hat, war ja zum Teil extrem widersprüchlich; es gibt Darstellungen, dass die Karikaturisten selbst völlig überrascht gewesen sind, es gibt andere Darstellungen, dass das eine gezielte Konfrontation war. Und dann gibt es zum Beispiel den Westergaard, der bis heute versteckt lebt, der am Weihnachtsabend in den Panic Room fliehen musste, weil einer mit der Axt eingebrochen ist. Und es gibt noch andere Geschichte über den ganzen Vorfall, völlig absurd. Gleichzeitig werden die Karikaturen in Galerien zu einem Heidengeld verkauft. Unsere Gesellschaft ist so widersprüchlich, zwischen der Kommerzialität von Sensation und der bedrohten Existenz dieses Karikaturisten. Das ist ein interessantes Feld. Es ist also kein Zufall, dass Alfi dieses Projekt hat. Aber ich habe nicht das Gefühl, ich müsste jetzt im Moment diesen Film machen.


Die Kritik zum Film findet sich hier.
Und ein Interview mit dem Hauptdarsteller Markus Hering gibt es hier.


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Das Leben ist zu lang

Das Leben ist zu lang

vor 9 TagenMovie

Der Basler Regisseur Dani Levy feierte mit Alles auf Zucker! grosse Erfolge, während Mein Führer hinter den Erwartungen zurück blieb (aber umso heftiger polarisierte). Jetzt kommt sein neuster Film ins Kino, Das Leben ist zu lang.

Der handelt vom jüdischen Filmemacher Alfi Seliger (Markus Hering), bei dem es an allen Ecken und Enden kriselt: Seine Frau begegnet ihm mit Gleichgültigkeit, seine Kinder hassen ihn, sein letztes Werk kam 1995 ins Kino und seit Jahren versucht er vergeblich, sein Drehbuch zu verfilmen – keiner will sich an einer Komödie über die dänischen Mohammed-Karikaturen die Finger verbrennen.
Da hat er das Glück, dass sich Natasha, die russische Ehefrau des Produzenten Miesbach-Boronowski, in ihn verguckt und bei ihrem Mann ein gutes Wort einlegt. Doch der Höhenflug unseres Helden ist von kurzer Dauer, stattdessen kommt alles noch schlimmer als zuvor …


Was wie ein halbwegs amüsanter (vor allem dank Hering), aber klischeebeladener Schwank anfängt, wandelt sich mit einem Twist in der Mitte des Filmes zu einer Selbstreflexion über das Genre der Komödie, die alles zuvor Gesehene in Frage stellt. Trotzdem bleibt Das Leben ist zu lang seinen Themen treu. So geht es zum einen um die Spannung zwischen Karriere und Familie, Versagensängste und Midlife-Crisis: Alfis beruflichem Tauchgang steht ein zerrüttetes Familienleben gegenüber, so dass er sich schliesslich in einer Identitätskrise wiederfindet, die sich im Laufe der Handlung zu einem surrealen Alptraum steigert.

Zum anderen handelt das Werk von der Schwierigkeit, ein eigenwilliges Projekt gegen die Ansprüche der Filmindustrie durchzusetzen (man denkt unvermittelt an die erwähnte Hitlerkomödie). Es wird Partei ergriffen gegen den Mainstream und für Komödien, die nicht bloss harmlose Unterhaltung sein wollen. Freilich ist Das Leben ist zu lang nicht viel mehr das, eine harmlose Komödie nämlich, trotz der selbstreflexiven Elemente – grade diese wurden in anderen Filmen (auch solchen aus Hollywood) schon bissiger abgehandelt (man denke an Altmans The Player oder Forsters Stranger Than Fiction). Und angesichts der Tatsache, dass im Film zwar der Notwendigkeit gesprochen wird, auch über Mohammed Witze machen zu dürfen, genau das aber nicht passiert, fällt es einem schwer, den Film als mutigen Gegenentwurf zu verstehen. Oder macht sich Levy bloss auf die Art über Anti-Hollywood-Gehabe lustig?


So oder so, spätestens nach dem etwas beliebig wirkenden Schluss stellt sich das Gefühl ein, dass mehr drin gewesen wäre, dass der Film frecher und prägnanter hätte sein können. Und dass er über weite Strecken eine selbstbezogene Nabelschau von Dani Levy ist: Auch wenn Das Leben ist zu lang nicht autobiographisch verstanden werden sollte, der Regisseur übertreibt es etwas damit, sich selbst einzubringen – wenn er schliesslich sogar als er selbst in seinem Film auftritt (wie übrigens auch seine Tochter), hebt man schon kurz die Augenbraue. Aber vielleicht nimmt er damit ja grad die Egozentrik aufs Korn, die auch Alfi ausmacht.

Ein zwiespältiger Film also, der aber dennoch (oder grad deswegen) interessant ist und zumindest die Hirnzellen anregt. Und wenn alle Stricke reissen, bleibt immer noch die tolle Besetzung übrig: Markus Hering, der bis anhin vorwiegend als Theaterschauspieler unterwegs war, ist in der Hauptrolle genial; daneben finden sich jede Menge prominente Darsteller: Veronica Ferres, Yvonne Catterfeld, Udo Kier, Elke Sommer, Michael Herbig und viele mehr. Ein hervorragend aufgelegter Haufen, dem man gerne zuguckt. Da macht der Film, bei allen Vorbehalten, ziemlich viel Spass.


Bewertung: 3 von 5


Ein Interview mit dem Regisseur Dani Levy gibt’s hier.
Und hier gibt's ein Interview mit dem Hauptdarsteller Markus Hering.


  • Titel: Das Leben ist zu lang
  • Land: Germany
  • Regie: Dani Levy
  • Darsteller: Markus Hering, Veronica Ferres, Yvonne Catterfeld
  • Verleih: Filmcoopi
  • Start: 2. September 2010
Fotos von Filmcoopi

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Tanzträume

Tanzträume

vor 10 TagenMovie

Vierzig Jugendliche proben ein Tanztheaterstück, Kontakthof von Pina Bausch. Die bedeutende Choreographin, die sich mit ihrem Wuppertaler Tanztheater über Jahrzehnte internationale Annerkennung erarbeitete, brachte das Stück bereits 1978 zur Erstaufführung. 2000 studierte sie es zusammen mit Senioren (weitgehend Tanz-Laien) neu ein (Kontakthof mit Damen und Herren ab 65). Der grosse Erfolg des Projekts inspirierte sie dazu, es beim nächsten Mal grad umgekehrt zu versuchen, also nicht mit Alt-, sondern mit Jungdarstellern (Kontakthof mit Teenagern ab 14). Und die Proben zu eben dieser Version stellen die Grundlage für den vorliegenden Film dar.

Zum Dreh kam es, weil die Journalistin, Publizistin und Dokufilmerin Anne Linsel (die Bausch seit vielen Jahren kennt) auf das Projekt aufmerksam wurde; zusammen mit dem Kameramann Rainer Hoffmann erhielt sie exklusiven Zugang zu den Proben und begleitete die Jugendlichen, die unter der Leitung der Bausch-Schülerinnen Jo Ann Endicott und Bénédicte Billiet ein Jahr lang jede Woche ihre Tanzschritte und Texte einübten. Man kriegt also zu sehen, wie sie die anfänglich ungewohnte Choreographie immer besser beherrschen, wie sie die Kostüme aussuchen oder wie sie allmählich ihre Hemmungen gegenüber den Mittänzern überwinden. Dramatisch wird’s auch, so zum Beispiel, wenn Bausch selbst im Laufe der Proben hinzukommt oder Erst- und Zweitbesetzung festgelegt werden.


Gegengeschnitten werden die Szenen im Probesaal mit Interviews, in denen die Tänzer/innen sowie ihre Lehrerinnen zu Wort kommen und teilweise sehr offen über ihre Gefühle und Gedanken sprechen. Oder ihre Sicht auf die Themen im Stück (Liebe, Sexualität, Geschlechterkampf), die den Schülern teilweise noch etwas fremd sind. Der Film endet am Tag der Aufführung, zum Anlass der Eröffnung des Internationalen Tanzfestivals NRW 2008.

Als Zuschauer wird man ins kalte Wasser geworfen – Tanzträume steigt mitten in den Proben ein, einen erläuternden Off-Kommentar gibt es nicht, selbst mit Hintergrundinfos zum Stück wird gegeizt. Man reimt sich manches aus den Aufnahmen und den Interviews zusammen, aber vieles bleibt rätselhaft, sofern man sich mit der Materie nicht ein wenig auskennt. Trotzdem, auch für den völligen Laien ist der Film nicht uninteressant, aber man muss sich schon drauf einlassen (und Geduld mitbringen). Immerhin macht er Lust darauf, sich Kontakthof mal anzusehen und mit Pina Bauchs Werk zu beschäftigen (sie ist leider ein Jahr nach dem Dreh gestorben, Tanzträume ist ihr letzter Auftritt vor der Kamera).


Fazit: Ein Film, zu dem man nicht ganz so einfach einen Zugang findet – zumindest, wenn einem die Welt des Balletts weitgehend fremd ist. Dennoch, auch wenn man kein Vorwissen oder spezielles Interesse für Tanz mitbringt (und sich somit ausserhalb der wohl angedachten Zielgruppe bewegt): völlig ohne Reiz ist Tanzträume nicht. Und wer sich für Materie interessiert, ist hier sowieso goldrichtig.


Bewertung: 3.5 von 5


  • Titel: Tanzträume – Jugendliche tanzen KONTAKTHOF von Pina Bausch
  • Land: Deutschland
  • Regie: Anne Linsel, Rainer Hoffmann
  • Darsteller: Pina Bausch, Jo Ann Endicott, Bénédicte Billiet
  • Verleih: Filmcoopi
  • Start: 2. September 2010
Fotos von Filmcoopi

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Debilator 2: Ankündigung

Debilator 2: Ankündigung

vor 16 TagenComics


Diesen Herbst, hier auf Students.ch!

Wer die erste Folge noch nicht gelesen hat, kann das hier nachholen.

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The Expendables

The Expendables

vor 16 TagenMovie

Es hört sich ganz nach dem feuchten Traum eines Actionfilm-Fans an: Sylvester Stallone (eine lebende Legende dank seiner Kino-Einsätze als John Rambo und Rocky Balboa) schnappt sich eine Handvoll seiner nicht minder schlagkräftigen Kollegen und dreht mit ihnen einen altmodischen Prügel-Streifen mit Schiessereien, Explosionen und jeder Menge Testosteron. Grunz!

Zur Story: Barney Ross (Sylvester Stallone) ist der Anführer einer Truppe von Söldnern, die sich für allerhand gefährliche, politisch heikle und moralisch fragwürdige Einsätze anwerben lässt. Aktuell geht’s darum, General Garza auszuschalten, das diktatorische Staatsoberhaupt der südamerikanischen Bananenrepublik Vilena (!). Zunächst zögert Ross, den Auftrag anzunehmen – allzu gefährlich erscheint das Ganze. Aber nachdem er bei einer Erkundungstour die Tochter des Generals kennengelernt hat, die unter grösster Gefahr ihren eigenen Vater bekämpft, lässt ihm sein Gewissen keine Ruhe …


Um es kurz zu machen: Den grossen Erwartungen, die man im Vorfeld in The Expendables gesetzt hat, wird der Film nicht gerecht. Das ist kein testosterongeschwängertes Männerkino, das neue Massstäbe in Sachen Action und Gewalt setzt, sondern ein 08/15-Söldnerfilm mit durchschnittlicher Action und verschenkten Darstellern. Das fängt schon bei der langweiligen Story an – das Ärgerliche an dieser ist nicht, dass sie voller Klischees und hirnlosen Unsinns ist (das muss schliesslich so sein), sondern dass Stallone und seinem Co-Autoren der altbekannten und schon oft durchgespielten Geschichte absolut nichts hinzuzufügen haben. Soviel Einfallslosigkeit darf einfach nicht sein (Hommage an das 80er-Jahre-Actionkino hin oder her). Zudem will kaum Spannung aufkommen, denn unsere Helden haben es einfach viel zu leicht (von wegen Himmelfahrtskommando) – kein Wunder bei den lahmen Bösewichten (David Zayas und Eric Roberts), die zu beschäftigt damit sind, sich zu streiten, als dass sie für irgendwen eine ernsthafte Gefahr darstellen würden.
Was dann die Inszenierung anbelangt, ist der Film durchwachsen: Zwar wissen die Explosionen zu gefallen und geht einem immer wieder das Herz auf, wenn reihenweise gesichtslose Handlanger mit dem Maschinengewehr blutig zerfetzt werden (der Film ist nicht grad zimperlich), aber auch hier werden die Actionszenen durch die Seuche des modernen Stakkato-Schnittes verhunzt. Der grosszügige Einsatz zweitklassiger CGI ist dem Charme des Filmes nicht grade zuträglich.


Das grösste Problem besteht schliesslich darin, dass The Expendables weniger ein Action-Spass, als ein verkapptes Charakterdrama (mit etwas Action) ist: Ob es sich nun um Barneys Gewissensbisse oder die Beziehungs- sowie Drogenprobleme und Kriegstraumata seiner Männer handelt, ständig nervt Regisseur Stallone mit Charakterszenen, welche bloss den Betrieb aufhalten und zudem unfassbar miserabel geschrieben sind. (Zum Vergleich: Letztens hat Predators mit weniger Gerede bedeutend rundere Charakter abgeliefert – ausserdem war die Action viel übersichtlicher.)

Auch sonst werden die Darsteller weitgehend verschwendet: Stallone und Statham (The Bank Job) dürfen zwar ordentlich zulangen, aber Jet Li (The Forbidden Kingdom) verkommt zur Witzfigur und Dolph Lundgren (Universal Soldier) wird zu früh aus dem Spiel genommen. Der Rest läuft unter ferner liefen.
Immerhin ist der kurze Gastauftritt von Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger ganz witzig.


Alles in allem ist The Expendables nicht der spektakuläre Actionkracher, den man sich erhofft hat. Dafür ist der Film zu langweilig und einfallslos in der Story, zu ausufernd und plump in den Charakterszenen, zu zappelig und CGI-lastig in der Action. Zugegeben, mit heruntergeschraubten Erwartungen ist der Film nicht völlig ohne Unterhaltungswert.


Bewertung: 2.5 von 5


  • Titel: The Expendables
  • Land: USA
  • Regie: Sylvester Stallone
  • Darsteller: Sylvester Stallone, Jason Statham, Jet Li, Dolph Lundgren
  • Verleih: Ascot Elite
  • Start: 26. August 2010
Fotos von Ascot Elite

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Grown Ups - Kindsköpfe

Grown Ups - Kindsköpfe

vor 1 MonatenMovie

Adam Sandler ist wohl einer der umtriebigsten Filmkomiker in Hollywood, nicht nur als Darsteller, sondern auch als Drehbuchautor und Produzent – bei Grown Ups nimmt er wieder mal alle drei Funktionen wahr. Und wie immer, wenn eins seiner Vehikel in die Lichtspielhäuser kommt, stellt sich die Frage: Ist der Film diesmal genialer Anarchokram (You Don't Mess with the Zohan) oder doch eher seichter Durchschnitt (Chuck and Larry)?

Zur Handlung: Als ihr alter Basketball-Coach stirbt, reisen Lenny (Adam Sandler) und seine ehemaligen Schulfreunde zurück in die Heimat, um ihrem Mentor aus Kindertagen die letzte Ehre zu erweisen. Nach der Beerdigung verbringen sie das Wochenende zusammen mit ihren Familien und Liebschaften am See, schwelgen in Erinnerungen, tauschen sich über die Feinheiten von Kindererziehung und Beziehungspflege aus, unterhalten sich über Gott und die Welt und albern nach Kräften herum. Immer mit der Frage im Hinterkopf, ob aus den Kindsköpfen von einst tatsächlich verantwortungsvolle Erwachsene geworden sind, die ihr Leben im Griff haben …


Man staune: Dieser Film schert sich keinen Deut um eine Handlung, sondern gebart sich als eine Art Charakterkomödie, die ganz von den Figuren und ihren Auseinandersetzungen lebt – die Darstellerbank ist dann auch ziemlich prominent besetzt und wartet neben Sandler mit Kevin James (The King of Queens), Chris Rock (Dogma), David Spade (Joe Dirt),Rob Schneider (The Animal) oder Salma Hayek (From Dusk Till Dawn) auf – in Nebenrollen werden zudem Steve Buscemi (Con Air) oder Tim Meadows (The Late Late Show with Craig Ferguson) verbraten. Denen merkt man den Spass beim Dreh deutlich an, was ganz den Charme des Streifens ausmacht – selbst Schneider ist nicht ganz so unerträglich wie sonst.

Aber man täusche sich nicht: Natürlich ist Grown Ups kein bisschen tiefsinnig oder sonderlich intelligent, tendiert zu einem unreflektierten Konservatismus („draussen Spielen ist für Kinder besser als Videospiele“) und ergibt sich vor allem gegen Schluss kampflos seichtem Kitsch. Zudem schwankt der Film etwas unentschieden zwischen „ernstem“ Charakterhumor und kindischen Herumgealbere – eine Mischung, die (zumindest hier) nicht wirklich funktioniert.
Und trotzdem, Grown Ups hat in beiden Abteilungen seine Momente, soll heissen: Es gibt abgedrehte Gags zum Kaputtlachen und es gibt herzerwärmende Augenblicke, die einem näher gehen, als es von Rechts wegen möglich sein dürfte. Gänzlich misslungen ist das also nicht.


Fazit: Der Streifen bescheidet sich weitgehend damit, eine seichte Hollywoodkomödie zu sein, hebt sich aber knapp über Durchschnitt mit etwas Anarchismus und einigen Momenten, die einem überraschend nahe gehen. Wirklich kein grosser Wurf, aber ein unterhaltsamer Sommerfilm für zwischendurch.


Bewertung: 3 von 5


  • Titel: Grown Ups
  • Land: USA
  • Regie: Dennis Dugan
  • Darsteller: Adam Sandler, Kevin James, Chris Rock, Salma Hayek
  • Verleih: Walt Disney Studios
  • Start: 5. August 2010
Fotos von Sony Pictures

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Tetro

Tetro

vor 1 MonatenMovie

Ein ganzes Jahrzehnt hatte Francis Ford Coppola als Regisseur pausiert, bevor er 2007 mit Youth Without Youth sein Comeback feierte – ein Film, der so manchen Zuschauer ratlos zurückliess und die Kritik kaum zu begeistern vermochte. Nun folgt Tetro, ein Projekt, für welches Coppola gar wieder einmal ein Originaldrehbuch verfasste (das erste seit einer ganzen Weile). Hat der Regisseur der Pate-Trilogie oder Apocalypse Now zurück zur alten Form gefunden?

Das Werk handelt von Bennie, einem jungen Mann, der sich von seinem Vater, dem berühmten Dirigenten Carlo Tetroccini, loszulösen versucht, von der Militärakademie flieht und auf einem Kreuzfahrtschiff anheuert. Die Reise auf dem Kahn führt ihn nach Argentinien, wo er in Buenos Aires nach seinem älteren Bruder Angelo sucht. Der ist inzwischen ein psychisch angegriffener sowie erfolgloser Schriftsteller mit der Tendenz zu cholerischen Anfällen, nennt sich Tetro und will von seiner Familie nichts mehr wissen, auch von Bennie nicht.
Der lässt aber nicht locker, stöbert heimlich in den Notizen seines Bruders herum, verpasst ihm künstlerisch einen Tritt in den Hintern und nähert sich ihm menschlich an. Aber er stösst auch auf ein düsteres Familiengeheimnis …


Er habe Werke wie On the Waterfront vor Augen gehabt, als er Tetro machte, hört man von Coppola. Und tatsächlich, schon der Vorspann lässt erkennen, dass man es hier mit einer Hommage an das klassische Hollywood-Drama zu tun hat. Die schwarzweissen Bilder mit ihren harten Kontrasten sind dann auch schön anzuschauen, nicht zuletzt aufgrund des herrlichen Drehortes (wobei ab und zu der Ferienprospekt-Kitsch überhand nimmt). In Farbe gehalten sind nur die Rückblenden und einige getanzte „Zwischenspiele“ (manche der Ballett-Szenen stammen aus The Red Shoes [1948] und The Tales of Hoffmann [1951], andere wurden extra für diesen Film gedreht und spiegeln als Kunstwerk im Kunstwerk die Handlung wider).
Auch die Story bietet alles auf, was man von so einem Melodrama erwarten kann, womit dann allerdings auch die Probleme beginnen: Was ganz gut in einen Film der 1940er oder 1950er passt, wirkt hier oftmals bloss übertrieben, albern und klischeebeladen – was nicht ganz so schlimm wäre, wäre der Film wenigstens nicht so verdammt langwierig und zäh erzählt.
Selbst die südamerikanischen Klänge des argentinischen Musikers Osvaldo Golijov sind derart generisch und nichtssagend, dass man stets auf den nächsten Einsatz klassischer Musik hofft.

Am schlimmsten ist aber der oberflächliche Titelcharakter, Tetro, gespielt von Vincent Gallo, dem Calvin-Klein-Model, Darsteller und Gelegenheitsregisseur, dessen grösste Leistungen wohl waren, sein Sperma zum Verkauf anzubieten und Chloë Sevigny zu der Blowjob-Szene in The Brown Bunny zu überreden. Wie dem auch sei: Seine Rolle ist nicht mehr als ein müdes Stereotyp vom getriebenen Künstler. Schlimmer noch: Obwohl er sich wie das letzte Arschloch verhält und nichts geleistet hat, wird Tetro von allen vorbehaltlos angehimmelt und als Genie verehrt. Man kommt sich vor wie im peinlichen Tagtraum eines Teenagers, der schlechte Gedichte in Emo-Foren veröffentlicht und sich für einen grossen Dichter hält.
Viel interessanter sind da Bennie (vor allem, weil er vom talentierten Spielfilm-Debütanten Alden Ehrenreich gespielt wird) sowie Carlo und Alfie TetrocciniKlaus Maria Brandauer in einer spassigen Doppelrolle (schade, dass er nicht mehr zu tun bekommt).


Fazit: Der Film bietet zwar Ehrenreich und Brandauer, interessante Ballettszenen und ein paar schöne Bilder, aber am Ende des Tages ist Tetro halt dennoch nicht mehr als ein zähes und klischeebeladenes Melodrama mit einer peinlichen Hauptfigur und einer unguten Tendenz zum Kitsch.


Bewertung: 2.5 von 5


  • Titel: Tetro
  • Land: USA/Italien/Spanien/Argentinien
  • Regie: Francis Ford Coppola
  • Darsteller: Vincent Gallo, Alden Ehrenreich, Klaus Maria Brandauer
  • Verleih: Frenetic Films
  • Start: 15. Juli 2010
Fotos von Frenetic Films

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